Die Jagdaufzeichnungen des spanischen Königshofs aus dem 18. Jahrhundert lassen sich als Biodiversitätsdaten auswerten — und liefern ein Bestandsbild von vor 270 Jahren.
- Fragestellung
- Können historische Hofjagd-Protokolle als Datenquelle für frühere Artenbestände dienen, wo naturwissenschaftliche Aufzeichnungen fehlen?
- Methodik & Datenbasis
- Ausgewertet wurde das „Asiento de Caza“, das Jagdregister des spanischen Königs Ferdinand VI. Es dokumentiert 1.241 Jagdereignisse zwischen 1745 und 1755 mit über 38.000 erlegten Stücken in 62 Taxa. Die Einträge wurden systematisch erfasst und nach Jagdgebiet und Jahreszeit ausgewertet.
- Befunde
- Aus den Aufzeichnungen lassen sich Unterschiede im Artenvorkommen zwischen den einzelnen Hofjagdrevieren ableiten, für manche Gebiete zusätzlich die jahreszeitliche Anwesenheit einzelner Arten. Die Autoren weisen darauf hin, dass die europäischen Höfe insgesamt einen umfangreichen und bislang kaum genutzten Bestand solcher Unterlagen hinterlassen haben.
- Einordnung für die Praxis
- Für die Reviergeschichte heißt das: Alte Streckenbücher, Abschusslisten und Jagdtagebücher sind Quellen, nicht Altpapier. Wer im Revier historische Unterlagen hat, besitzt Referenzwerte für Artenspektrum und Vorkommenszeiten, die sich mit dem heutigen Besatz vergleichen lassen.
- Grenzen der Studie
- Jagdstrecken spiegeln immer auch Jagdaufwand, Vorlieben des Jagdherrn und Jagdmethode — nicht allein die Bestandsdichte. Die Arbeit stützt sich auf eine einzige Quelle für ein einzelnes Jahrzehnt.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.