Norwegen, 20 Jahre Daten: Je näher ein Jagdgebiet an einem Wolfsterritorium liegt, desto geringer und schwankender sind die Einnahmen aus der Niederwildjagd.
- Fragestellung
- Verringert die Anwesenheit von Wölfen die Einnahmen der Grundeigentümer aus der traditionellen Niederwildjagd?
- Methodik & Datenbasis
- Auswertung von Einnahmedaten der Jahre 1990 bis 2009 aus Niederwild-Bewirtschaftungsgebieten in den norwegischen Provinzen Hedmark und Oppland, verknüpft mit der Lage der Wolfsterritorien. Angenommener Wirkmechanismus: Jäger befürchten, ihre wirtschaftlich und kulturell wertvollen Jagdhunde an Wölfe zu verlieren, jagen deshalb weniger, und die Einnahmen der Grundeigentümer sinken.
- Befunde
- Die Einnahmen aus der Jagd stiegen mit zunehmender Entfernung zum nächstgelegenen Wolfsterritorium. Auch die Schwankung der Einnahmen von Jahr zu Jahr nahm mit größerer Entfernung ab. Wolfspräsenz kann damit die Einnahmen der Grundeigentümer aus der Niederwildjagd verringern und die wirtschaftliche Unsicherheit in ländlichen Gemeinden erhöhen. Die Autoren betonen, dass wirtschaftliche Folgen dort ausgeglichen werden können, wo Regierungen Willen und Mittel haben — die Folgen für die Lebensweise der Landbevölkerung, etwa die Angst um den Hund, bleiben aber strittig.
- Einordnung für die Praxis
- Der wirtschaftliche Teil der Wolfsdebatte, der neben den Rissen selten vorkommt: Nicht nur Nutztierhalter sind betroffen, sondern auch die Jagdverpachtung — und zwar über die Angst um den Hund, nicht über Wildverluste. Wer Pachteinnahmen in Wolfsgebieten kalkuliert, sollte diesen Effekt einrechnen; er wirkt schon bei Nähe zum Territorium, nicht erst bei Rissen.
- Grenzen der Studie
- Korrelation über Verwaltungsdaten von 1990 bis 2009 in zwei Provinzen; der angenommene Mechanismus über die Angst um Hunde wurde nicht direkt erhoben. Andere gleichzeitig wirkende Faktoren — etwa Besatzänderungen beim Niederwild — sind nicht ausgeschlossen.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.