Die Nasenpigmentierung von Löwen taugt nicht zur Altersschätzung am einzelnen Tier — die Fehlerquote ist für Abschussentscheidungen zu hoch.
- Fragestellung
- Wie zuverlässig lässt sich das Alter eines Löwen an der Pigmentierung des Nasenrückens ablesen, wie es in der Trophäenjagd, beim Umsetzen und im Bestandsmanagement üblich ist?
- Methodik & Datenbasis
- Standardisierte Fotos von 200 Löwen aus 31 zoologischen Einrichtungen in 11 Ländern wurden mit der Bildanalyse-Software FIJI objektiv ausgewertet und mit dem bekannten Alter der Tiere verglichen.
- Befunde
- Zwischen Pigmentierung und Alter besteht ein signifikanter positiver Zusammenhang (Spearman rho = 0,315; p < 0,0001), also ein Trend auf Populationsebene. Die gängigen Schwellenwerte von über 50 % bzw. über 60 % Pigmentierung erreichten aber nur mäßige Trennschärfe: Sensitivität 44,1 bis 69,8 %, Spezifität 62,2 bis 78,0 %. Die individuelle Streuung ist groß, die Altersklassen überlappen deutlich.
- Einordnung für die Praxis
- Übertragbar auf jede Ansprache: Ein einzelnes optisches Merkmal, das im Bestandsmittel mit dem Alter korreliert, ist am einzelnen Stück noch kein belastbares Alterskriterium. Die Autoren empfehlen die Nasenpigmentierung nur als ein Merkmal innerhalb einer Mehr-Kriterien-Beurteilung, nicht als Alleinkriterium.
- Grenzen der Studie
- Die Fotos stammen von Zootieren; Haut- und Fellveränderungen können unter Freilandbedingungen anders verlaufen. Die Ansprache im Feld bei schlechtem Licht ist damit nicht geprüft.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.