Rund 2.000 Körperteile auf Wildtiermärkten in Myanmar, umgerechnet etwa 1.200 Wildschafe und Wildziegen — am häufigsten gehandelt werden Hörner.
- Fragestellung
- In welchem Umfang werden Wildschafe und Wildziegen in Myanmar gehandelt, und zu welchen Zwecken?
- Methodik & Datenbasis
- Auswertung von Beschlagnahmeberichten der Jahre 2000 bis 2020 sowie 20 Besuchen auf vier Wildtiermärkten zwischen 1998 und 2017; ergänzt um Daten früherer Erhebungen aus demselben Zeitraum.
- Befunde
- Erfasst wurden rund 2.000 Körperteile, umgerechnet etwa 1.200 Wildschafe und Wildziegen. Mit den früheren Erhebungen zusammen steigen die Zahlen deutlich: Serau (umgerechnet 1.243 Tiere), Goral (213), Takin (190), Blauschaf (37) und Tibetantilope (10). Mit Nachweisen aus 10 von 15 Bundesstaaten erscheint der Handel weit verbreitet und über die Zeit anhaltend. Zwischen Beschlagnahmedaten und Marktbeobachtungen bestand nur geringe Übereinstimmung, während die verschiedenen Erhebungen untereinander gut zusammenpassten. Am häufigsten gehandelt wurden Hörner, gefolgt von Stirnplatten mit anhaftenden Hörnern und Köpfen frisch getöteter Tiere — angeboten als Dekoration und wegen zugeschriebener Heilwirkung. Fleisch, Fett und ausgeschmolzene Öle kamen häufig vor, waren wegen Vermischung mit anderem Wild aber nicht eindeutig zuzuordnen. Zungen und Augen wurden als Medizin verkauft.
- Einordnung für die Praxis
- Zeigt die Schwäche einer Kontrolle, die sich allein auf Beschlagnahmen stützt: Diese passten hier kaum zu dem, was auf den Märkten tatsächlich zu sehen war. Für Jagdreisen in die Region ist der Befund eindeutig — Trophäen von Caprinae aus diesem Raum sind mit hoher Wahrscheinlichkeit illegaler Herkunft.
- Grenzen der Studie
- Marktbeobachtungen und Beschlagnahmeberichte erfassen den sichtbaren und den entdeckten Handel; Umrechnungen von Körperteilen auf Tierzahlen sind Schätzungen. Auswirkungen auf die Bestände lassen sich daraus nicht bestimmen.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.