Über 50 Elefantenbullen am Zaun eines Nationalparks in Sri Lanka, täglich über 1.000 Zuschauer — die Fütterung schadete weder Tieren noch Umwelt und brachte den Anwohnern Geld.
- Fragestellung
- Welche Folgen hat das seit langem bestehende Füttern wildlebender Asiatischer Elefanten am Elektrozaun des Udawalawe-Nationalparks — für die Tiere, die Umwelt, die Menschen und den Artenschutz?
- Methodik & Datenbasis
- Beobachtung der Elefanten und der Fütterungsaktivitäten, ergänzt um Fragebogenerhebungen bei den Beteiligten.
- Befunde
- An der Aktivität beteiligten sich über 50 einzelne erwachsene Elefantenbullen; dass ausschließlich Bullen auftraten, passt zu einer risikoreichen Strategie mit hohem Ertrag. Angeboten wurden überwiegend Obst und Gemüse. Täglich beobachteten und fütterten über tausend Menschen die Tiere. Die meisten kauften das Futter an Straßenständen, und die Händler machten bei Anwesenheit von Elefanten signifikant mehr Umsatz — die Fütterung brachte den Gemeinden am Parkrand erheblichen wirtschaftlichen Nutzen. Die Auswirkungen auf Elefanten und Umwelt waren weitgehend neutral, die auf Menschen und Artenschutz überwiegend positiv. Maßnahmen der Behörden gegen die Fütterung richteten sich gegen die Elefanten und verringerten die Fütterung, beendeten sie aber nicht.
- Einordnung für die Praxis
- Ein Gegenbeispiel zur Regel „Wildtiere nicht füttern“: Hier trägt die Interaktion den wirtschaftlichen Nutzen für die Anwohner und damit deren Bereitschaft, den Schutz mitzutragen. Die Autoren empfehlen, die Aktivität zu steuern statt zu verbieten — gelenkt, mit gesicherter Begegnung. Für Reviere mit Wildtiertourismus ist das der übertragbare Punkt: Lenkung schlägt Verbot, wenn das Verbot ohnehin nicht durchsetzbar ist.
- Grenzen der Studie
- Ein Standort mit einer besonderen Konstellation aus Nationalparkzaun, Straße und Bullengruppen. Langfristige Folgen für Gesundheit und Verhalten der Elefanten sind mit einer solchen Momentaufnahme nicht zu erfassen.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.