Die Studie in Kürze
Fotofallen im Pfälzerwald: 0,52 selbstständige Luchse je 100 km² — deutlich weniger als in etablierten Populationen, weil Tiere in die Vogesen abwandern.
- Fragestellung
- In welchem Zustand ist die wiederangesiedelte Luchspopulation im Pfälzerwald am Ende des Projekts, und wie hoch ist die Bestandsdichte?
- Methodik & Datenbasis
- Zwischen 2016 und 2020 wurden 20 Luchse aus der Slowakei und der Schweiz in den Pfälzerwald umgesetzt. Die Erfassung erfolgte über ein systematisches Fotofallen-Raster mit 80 Standorten auf 1.000 km² im Zentrum des rund 1.800 km² großen Pfälzerwalds, in Winter und Frühjahr 2019/20 und 2020/21.
- Befunde
- Die Dichte lag bei 0,52 selbstständigen Individuen je 100 km² und damit signifikant unter der Dichte gut etablierter wiederangesiedelter Populationen. Die Zahl der nachgewiesenen selbstständigen Tiere sank von 15 (2019/20) auf 11 (2020/21) und lag damit deutlich unter der Zahl der umgesetzten Luchse. Als Erklärung nennen die Autoren die Abwanderung mehrerer Tiere in die Vogesen (Frankreich), die zusammen mit dem Pfälzerwald ein durchgehendes geeignetes Luchshabitat von rund 8.000 km² bilden. Die Ergebnisse spiegeln damit möglicherweise eine junge Population, die sich über eine große Fläche ausdehnen kann.
- Einordnung für die Praxis
- Für Reviere im Pfälzerwald und den angrenzenden Gebieten: Die geringe Dichte bedeutet nicht Misserfolg, sondern Verteilung über ein großes Areal. Die Autoren empfehlen ausdrücklich ein synchronisiertes, grenzüberschreitendes Monitoring; bleibt die Dichte niedrig, seien unterstützende Maßnahmen zu prüfen. Fotofallenbetreiber im Revier liefern für dieses Monitoring die Rohdaten.
- Grenzen der Studie
- Zwei Erfassungsperioden in einem 1.000-km²-Ausschnitt des Gesamtgebiets; Tiere jenseits dieser Fläche werden nicht erfasst. Die Dichteangabe bezieht sich auf selbstständige Individuen, nicht auf den Gesamtbestand mit Jungtieren.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.