Die Studie in Kürze
6.338 Rehwild-Erlegungen im Piemont zeigen, wo Jäger ansitzen — und dass sie abseits der Wege erfolgreicher sind als dort, wo sie tatsächlich hingehen.
- Fragestellung
- Welche Landschafts- und Siedlungsfaktoren bestimmen die Wahl des Jagdorts, und wie viele Jagdgänge sind je erfolgreichem Abschuss nötig?
- Methodik & Datenbasis
- Ausgewertet wurden 6.338 Rehwild-Erlegungen in der Region Piemont (Nordwestitalien). Die Ortswahl wurde über Matched-Case-Control-Resource-Selection-Functions modelliert, der Jagdaufwand — Zahl der Jagdgänge je Erfolg — über generalisierte lineare Mischmodelle mit Poisson-Verteilung.
- Befunde
- Offene Flächen, mäßige Hangneigung und Siedlungsnähe beeinflussten sowohl die Ortswahl als auch den Jagderfolg. Bei der Entfernung zu Wegen gingen beide auseinander: Gejagt wurde bevorzugt in Wegnähe, die höhere Effizienz lag aber in abgelegeneren Bereichen. Die Autoren deuten das dahin, dass erfahrenere Jäger in schwerer zugänglichen, weniger gestörten Lagen mit höherem Wildvorkommen arbeiten.
- Einordnung für die Praxis
- Direkt übertragbar auf die eigene Reviereinteilung: Die bequem erreichbaren Ansitze an Wegen sind nicht die ergiebigen. Wer den Aufwand je Stück senken will, muss Einstände abseits der Erschließung bejagen — genau dort, wo die Störung geringer ist.
- Grenzen der Studie
- Ausgewertet sind gemeldete Erlegungen und Jagdgänge; erfolglose Beobachtungen und die tatsächliche Wilddichte gehen nicht ein. Die Ergebnisse spiegeln die Jagdstruktur einer italienischen Region.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.