Verlassene Auerhuhn-Balzplätze in den Pyrenäen klingen anders: Hohe, dichte Bestände mit viel Totholz lassen den Balzruf verhallen und im Grundrauschen untergehen.
- Fragestellung
- Verändert die Waldstruktur die Schallübertragung so stark, dass Auerhähne ihre Balzplätze aufgeben?
- Methodik & Datenbasis
- In neun besetzten und elf verlassenen Balzplätzen im Naturpark Alt Pirineu (Katalonien, Nordostspanien) wurden Waldstruktur und Schallübertragungseigenschaften des Bestands gemessen.
- Befunde
- Reifegrad-Index, Human Footprint Index und Spatial Integrity Index unterschieden sich zwischen beiden Gruppen nicht. Die verlassenen Bestände hatten größere Oberhöhe, höhere Grundfläche und mehr Volumen an lebenden wie an toten Bäumen. Akustisch zeigten sie höheres Grundrauschen und geringere Streuung des Schalls in horizontaler und vertikaler Ebene — daraus folgten längere Nachhallzeit, höherer Schalldruck und eine langsamer abfallende Abklingkurve. Die Autoren schließen, dass Rauschen und übermäßiger Nachhall den Balzruf verzerren und maskieren.
- Einordnung für die Praxis
- Für die Habitatpflege im Auerwildrevier heißt das: Äsung und Deckung zu sichern genügt nicht — die akustischen Verhältnisse am Balzplatz gehören dazu. Aufgelichtete, gestufte Bestände, die den Schall streuen, sind demnach günstiger als hohe, dichte Bestände mit hohem Totholzvorrat.
- Grenzen der Studie
- Verglichen werden besetzte und verlassene Plätze zu einem Zeitpunkt; das ist kein Ursachennachweis, was die Autoren selbst als noch zu bestätigend formulieren. 20 Balzplätze in einem Naturpark sind eine räumlich eng begrenzte Stichprobe.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.