16 Betriebe in Kolumbien: Außerhalb der geschützten Bereiche war der Verlust an Weidetieren fast 15-mal so hoch wie innerhalb.
- Fragestellung
- Wie wirksam sind Elektrozäune und die Einführung robuster Criollo-Rinder gegen Übergriffe von Jaguar und Puma?
- Methodik & Datenbasis
- Prospektive Kohortenstudie auf 16 Betrieben im Departement Casanare (Ostkolumbien) zwischen 2017 und 2019. 14 Betriebe setzten Elektrozäune ein, zwei führten Criollo-Rinder ein; verglichen wurden Risiko- und Odds-Verhältnisse zwischen Kontroll- und Behandlungsgruppe.
- Befunde
- Der Unterschied zwischen Kontroll- und Behandlungsgruppe war signifikant: Außerhalb der Flächen mit Schutzmaßnahmen war der Verlust an Weidetieren 14,78-mal so hoch wie innerhalb (OR 14,78; RR 0,069; p < 0,001). Die durch Übergriffe verursachten Verluste lagen deutlich über den Investitionen in die Schutzmaßnahmen.
- Einordnung für die Praxis
- Die Rechnung ist auf den heimischen Herdenschutz übertragbar: Der Zaun kostet weniger als die Verluste, die er verhindert. Und weil Halter Beutegreifer vor allem als Reaktion auf wirtschaftliche Verluste oder aus Furcht töten, senkt wirksamer Schutz nicht nur die Schäden, sondern auch den Druck auf den Bestand.
- Grenzen der Studie
- 16 Betriebe, drei Jahre, und nur zwei davon mit Criollo-Rindern — zur Wirkung der Rasse lässt sich daraus wenig ableiten. Die Betriebe wählten ihre Maßnahme selbst, was systematische Unterschiede zur Kontrollgruppe nicht ausschließt.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.