Wildbiologische Studie

Collateral damage: hunting effects on non-target species and groups

Fachgebiete: Wildschaden, Äsung & Fütterung, Jagdmanagement & Bejagung

Autorinnen & Autoren
Atle Mysterud
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 72, 30 (2026)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
Originalarbeit beim Verlag öffnen (DOI) →

Der Volltext liegt beim Verlag. JAGDNAVIGATOR hostet keine PDF-Kopien.

Die Studie in Kürze

Systematische Übersicht zu unbeabsichtigten Jagdwirkungen: Bei der Wasservogeljagd sind Fehlabschüsse und Störung wiederkehrende Themen — bei Säugetieren fehlen dazu Studien völlig.

Fragestellung
Welche direkten und indirekten Wirkungen hat die Jagd auf Arten und Altersgruppen, auf die sie nicht gerichtet ist?
Methodik & Datenbasis
Systematische Übersichtsarbeit zu drei Bereichen: direkte Fehler der Jäger — also der Abschuss falscher Art, falschen Geschlechts oder falscher Altersklasse —, direkte Störung durch Jäger oder Hunde sowie indirekte Wirkungen über die Entstehung einer „Landschaft der Furcht“ bei nicht bejagten Arten.
Befunde
Insgesamt wurden diese Fragen häufiger für die Vogeljagd, besonders die Wasservogeljagd, berichtet als für Säugetiere. Bei der Wasservogeljagd waren direkte Fehlabschüsse und Störung nicht gezielter Arten wiederkehrende Probleme. Einige Studien zu anderen Arten betrafen ebenfalls den Abschuss gefährdeter Arten, die einer häufig bejagten ähnlich sehen. Für Säugetiere befasste sich dagegen keine Studie mit der direkten Wirkung auf nicht gezielte Arten oder Altersgruppen. Zu Störung und Furchtwirkung bei Säugetieren zeigten mehrere Studien keine oder begrenzte Effekte auf nicht bejagte Arten. Der Einsatz von Hunden hat nach Einschätzung des Autors jedoch das Potenzial, Wild während laufender Jagden breiter zu stören, ohne dass belegt ist, ob dies nicht gezielte Arten nennenswert betrifft. Einzelne Experimente belegten Störungs- und Furchtwirkungen während der Hirschjagd beim Wapiti auch auf weibliche Wapitis und auf Odocoileus-Hirsche.
Einordnung für die Praxis
Ein selbstkritischer Blick, der für die Praxis zwei Konsequenzen hat: Beim Federwild ist die sichere Artansprache das entscheidende Glied — Verwechslung mit ähnlich aussehenden geschützten Arten ist ein dokumentiertes, wiederkehrendes Problem. Und bei Bewegungsjagden mit Hunden wirkt die Störung über die bejagte Art hinaus, auch wenn das Ausmaß nicht belegt ist. Der Autor fordert, Studien zur selektiven Bejagung über die Zielarten hinaus auszuweiten.
Grenzen der Studie
Übersichtsarbeit ohne eigene Erhebung: Die ungleiche Befundlage spiegelt vor allem, wo geforscht wurde. Für Säugetiere lässt das Fehlen von Studien keinen Schluss darauf zu, dass es keine Wirkungen gibt.

Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit — kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist der Volltext der Arbeit.

Zitation

Atle Mysterud (2026) Collateral damage: hunting effects on non-target species and groups. European Journal of Wildlife Research 72:30. https://doi.org/10.1007/s10344-026-02071-1

Verwandte Studien

Rotwild

Forage availability and quality of supplemental feeding impact red deer reproduction and trophy value in Serbian red deer

Samantha M. Wisely et al. · 2026

Wolf

Landscape of risk: responses of grey wolves to lethal control in a mosaic landscape

Shlomo Preiss-Bloom et al. · 2025

Schwarzwild

Exploring the use of REM in compact hunting grounds comparing site specific to average parameters

Stephanie Wohlfahrt et al. · 2025

Schwarzwild

Understanding the impact of wild boar on the European wild rabbit and red-legged partridge populations using a diet metabarcoding approach

Antonio J. Carpio et al. · 2023