Systematische Übersicht zu unbeabsichtigten Jagdwirkungen: Bei der Wasservogeljagd sind Fehlabschüsse und Störung wiederkehrende Themen — bei Säugetieren fehlen dazu Studien völlig.
- Fragestellung
- Welche direkten und indirekten Wirkungen hat die Jagd auf Arten und Altersgruppen, auf die sie nicht gerichtet ist?
- Methodik & Datenbasis
- Systematische Übersichtsarbeit zu drei Bereichen: direkte Fehler der Jäger — also der Abschuss falscher Art, falschen Geschlechts oder falscher Altersklasse —, direkte Störung durch Jäger oder Hunde sowie indirekte Wirkungen über die Entstehung einer „Landschaft der Furcht“ bei nicht bejagten Arten.
- Befunde
- Insgesamt wurden diese Fragen häufiger für die Vogeljagd, besonders die Wasservogeljagd, berichtet als für Säugetiere. Bei der Wasservogeljagd waren direkte Fehlabschüsse und Störung nicht gezielter Arten wiederkehrende Probleme. Einige Studien zu anderen Arten betrafen ebenfalls den Abschuss gefährdeter Arten, die einer häufig bejagten ähnlich sehen. Für Säugetiere befasste sich dagegen keine Studie mit der direkten Wirkung auf nicht gezielte Arten oder Altersgruppen. Zu Störung und Furchtwirkung bei Säugetieren zeigten mehrere Studien keine oder begrenzte Effekte auf nicht bejagte Arten. Der Einsatz von Hunden hat nach Einschätzung des Autors jedoch das Potenzial, Wild während laufender Jagden breiter zu stören, ohne dass belegt ist, ob dies nicht gezielte Arten nennenswert betrifft. Einzelne Experimente belegten Störungs- und Furchtwirkungen während der Hirschjagd beim Wapiti auch auf weibliche Wapitis und auf Odocoileus-Hirsche.
- Einordnung für die Praxis
- Ein selbstkritischer Blick, der für die Praxis zwei Konsequenzen hat: Beim Federwild ist die sichere Artansprache das entscheidende Glied — Verwechslung mit ähnlich aussehenden geschützten Arten ist ein dokumentiertes, wiederkehrendes Problem. Und bei Bewegungsjagden mit Hunden wirkt die Störung über die bejagte Art hinaus, auch wenn das Ausmaß nicht belegt ist. Der Autor fordert, Studien zur selektiven Bejagung über die Zielarten hinaus auszuweiten.
- Grenzen der Studie
- Übersichtsarbeit ohne eigene Erhebung: Die ungleiche Befundlage spiegelt vor allem, wo geforscht wurde. Für Säugetiere lässt das Fehlen von Studien keinen Schluss darauf zu, dass es keine Wirkungen gibt.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
der Volltext der Arbeit.