Alte Weidelandschaften in Nordspanien sind Wildkatzenlebensraum: 191 Sichtungen auf Viehweiden, mit 5,9-mal mehr Beobachtungen im Sommer und Herbst als im Winter und Frühjahr.
- Fragestellung
- Wie häufig nutzen Wildkatzen die zwischen Wälder eingestreuten Viehweiden Nordspaniens, und wie verteilt sich diese Nutzung über Tag und Jahr?
- Methodik & Datenbasis
- Wildkatzen wurden über vier Jahre in der Sommersaison dreimal täglich (morgens, nachmittags, nachts) vom Fahrzeug aus gezählt. Zusätzlich wurden über ein komplettes Jahr vier monatliche Begehungen durchgeführt, zwei morgens und zwei nachmittags.
- Befunde
- Insgesamt wurden 191 Wildkatzen auf den Weiden und 5 auf der Straße in Waldbereichen erfasst. Bei den Sommerzählungen ließen sich 13 verschiedene Individuen identifizieren, aber nur 29,9 % der 196 Beobachtungen einem Individuum zuordnen. Die Zahl der Sichtungen ging besonders im letzten Jahr zurück, mit 52 bis 67 % weniger als in den Vorjahren. Morgens und nachts wurden signifikant mehr Katzen gesehen als nachmittags. Die geschätzten Sommerdichten in den Weidegebieten lagen zwischen 0,11 und 0,46 Sichtungen je km². Über das Jahr wurden Wildkatzen im Sommer und Herbst 5,9-mal häufiger beobachtet als im Winter und Frühjahr; sie waren zu jeder Tageszeit anzutreffen, am häufigsten in der Dämmerung.
- Einordnung für die Praxis
- Wichtig für die Wildkatzenhege: Nicht nur geschlossener Wald, sondern die alte, kleinteilige Weidelandschaft dient als Lebensraum — der Erhalt solcher Flächen ist damit Wildkatzenschutz. Für die Erfassung im Revier ist die Dämmerung die aussichtsreichste Zeit, und die individuelle Zuordnung gelingt selbst bei guten Sichtbedingungen nur bei etwa einem Drittel der Tiere.
- Grenzen der Studie
- Sichtzählungen vom Fahrzeug liefern Sichtungsraten, keine Bestandsdichten; die Angaben sind ausdrücklich Sichtungen je km². Der Rückgang im letzten Jahr bleibt unerklärt. Verwechslung mit Hauskatzen ist bei Sichtbeobachtung eine grundsätzliche Fehlerquelle.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.