Sikawild am Fuji: Die Hirsche halten sich dort auf, wo intensiv bejagt wird — das Kahlwild meidet diese Flächen und nutzt stattdessen kleine Schlagflächen.
- Fragestellung
- Beeinflussen Bejagungsdruck und Kahlschlagflächen die unterschiedliche Lebensraumnutzung von männlichem und weiblichem Sikawild?
- Methodik & Datenbasis
- Frühjahrs-Scheinwerferzählungen im nördlichen Vorland des Fuji (Japan). Ausgewertet wurde der Einfluss von Umweltvariablen auf das Auftreten je Geschlecht: Flächenanteil der Bejagungs- und der Schlagflächen, Vorkommen von Zwergbambus und Hangneigung.
- Befunde
- Männliche Stücke wurden signifikant häufiger in Bereichen mit größerem Bejagungsflächenanteil beobachtet als weibliche, weibliche signifikant häufiger in Bereichen mit größerem Schlagflächenanteil. Die räumliche Größenordnung der ressourcenreichen, aber risikobehafteten Flächen unterschied sich: Bejagungsflächen bildeten große zusammenhängende Bereiche — zwei Gebiete mit etwa 51,04 % der Untersuchungsfläche — und wirkten auf großer Skala; Schlagflächen waren klein und zerstreut — 312 Flächen mit etwa 4,34 % — und wirkten kleinräumig. Die Autoren folgern, dass männliches Wild ressourcenreiche Hochrisikoflächen auf großer Skala bevorzugt, während weibliches Wild Risiko großflächig meidet und ressourcenreiche Flächen kleinräumig auswählt.
- Einordnung für die Praxis
- Übertragbar auf die Ansitzplanung bei Reh- und Rotwild: Männliches und weibliches Wild reagiert unterschiedlich auf Jagddruck. Wo intensiv bejagt wird, bleibt vor allem männliches Wild — wer Kahlwild erreichen will, muss die kleinen, verstreuten Äsungsflächen bejagen, nicht die großen Bejagungsschwerpunkte. Das erklärt auch, warum Abschusspläne beim weiblichen Wild schwerer zu erfüllen sind.
- Grenzen der Studie
- Scheinwerferzählungen im Frühjahr in einem Gebiet, eine Art. Sichtzählungen erfassen sichtbares Wild — die Geschlechterverteilung kann durch unterschiedliche Sichtbarkeit mitbestimmt sein.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
der Volltext der Arbeit.