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Wildbiologische Studie

Bat casualties on a road crossing a mosaic landscape

Fachgebiete: Wildunfälle & Infrastruktur

Autorinnen & Autoren
Grzegorz Lesiński, Anna Sikora, Adam Olszewski
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 57, 217-223 (2010)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY-NC 4.0
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Die Studie in Kürze

61 überfahrene Fledermäuse aus sieben Arten auf 16,6 km Straße im Kampinos-Nationalpark — und die Annahme, tief fliegende Arten seien stärker betroffen, bestätigte sich nicht.

Fragestellung
Welche Fledermausarten verunglücken an einer Straße durch eine Mosaiklandschaft, und hängt das Risiko von der Flughöhe ab?
Methodik & Datenbasis
Ganzjährige Untersuchung auf einem 16,6 km langen Straßenabschnitt durch den Kampinos-Nationalpark bei Warschau (Zentralpolen). Die Funde wurden nach Art bestimmt und die Fundhäufigkeit den angrenzenden Lebensraumtypen zugeordnet; zum Vergleich diente die Fanghäufigkeit in Netzen an Waldwegen.
Befunde
Gefunden wurden 61 überfahrene Fledermäuse aus sieben Arten, am häufigsten Großer Abendsegler, Braunes Langohr und Mopsfledermaus. Die Funde verteilten sich von Mitte April bis Ende Oktober mit Spitzen im Juli/August und im Oktober. Die Dichte der Verluste unterschied sich nur leicht zwischen den angrenzenden Lebensräumen — niedriger als erwartet lag sie allein bei Windschutzstreifen und Gebüsch. Die Vorhersage, dass tief fliegende Arten häufiger verunglücken, bestätigte sich nicht: Der häufigste Fund, der Große Abendsegler, fliegt gewöhnlich über 10 m hoch. Abendsegler, Fransenfledermaus und Rauhautfledermaus verunglückten häufiger, die Breitflügelfledermaus seltener, als es ihre Fanghäufigkeit erwarten ließ.
Einordnung für die Praxis
Für die Bewertung von Straßenwirkungen im Revier: Fledermausverluste lassen sich nicht über die Flughöhe vorhersagen, und die angrenzende Vegetation erklärt sie nur schwach. Die Fundspitzen im Spätsommer und im Oktober fallen mit Jungtieraktivität und Zugbewegungen zusammen — das sind die Zeiten, in denen Straßenabschnitte in Waldgebieten die höchsten Verluste verursachen.
Grenzen der Studie
Ein Straßenabschnitt, 61 Funde — eine kleine Stichprobe für artspezifische Aussagen. Kadaversuchen unterschätzen kleine Arten systematisch, weil diese schneller verschwinden.

Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit — kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist der Volltext der Arbeit.

Zitation

Grzegorz Lesiński, Anna Sikora, Adam Olszewski (2010) Bat casualties on a road crossing a mosaic landscape. European Journal of Wildlife Research 57:217-223. https://doi.org/10.1007/s10344-010-0414-9

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