Modellrechnung für den Iran bis 2070: In den Nationalparks fällt die Abdeckung der Reptilienvorkommen von 18,4 auf 6,8 %.
- Fragestellung
- Wie verändert der Klimawandel bis 2070 die Verbreitung von Arten im Iran, und wie gut liegen die Schutzgebiete dann noch über den Vorkommen?
- Methodik & Datenbasis
- Artverbreitungsmodelle für 394 Vogelarten, 157 Pflanzenarten, 72 Reptilien und 20 Säugetiere unter zwei Klimaszenarien (SSP245 und SSP585) für 2070. Über binäre Verbreitungskarten wurde die Überlappung mit 125 Schutzgebieten, 27 Wildschutzgebieten und 15 Nationalparks bestimmt.
- Befunde
- Unter dem Szenario SSP585 könnten 174 Vogelarten ihre geeigneten Lebensräume um 319 % ausweiten, während 220 Arten um 57,1 % verlieren. Bei Pflanzen gewinnen 16 Arten 40,3 %, 141 verlieren 68,8 %. Bei Reptilien gewinnen 24 Arten 279,1 %, 48 verlieren 66,6 %; bei Säugetieren gewinnen 5 Arten 147,3 %, 15 verlieren 71,8 %. Die Abdeckung durch Schutzgebiete sinkt durchweg: In Nationalparks bei Vögeln von 32,2 auf 19,9 %, bei Pflanzen von 24,2 auf 13,2 %, bei Reptilien von 18,4 auf 6,8 %, bei Säugetieren von 17,7 auf 10 %. Wildschutzgebiete und die übrigen Schutzgebiete zeigen vergleichbare Rückgänge.
- Einordnung für die Praxis
- Im Grundsatz übertragbar: Statische Schutzgebietsgrenzen verlieren an Wirkung, wenn sich Artverbreitungen verschieben. Für die Reviersicht heißt das, dass Vernetzung und Trittsteinbiotope zwischen den Gebieten an Gewicht gewinnen — dasselbe Argument, das auch hierzulande für Biotopverbund spricht.
- Grenzen der Studie
- Reine Modellrechnung ohne Feldvalidierung; die Zuwächse beziehen sich auf modellierte Habitateignung, nicht auf tatsächliche Besiedlung. Die Ergebnisse gelten für den Iran.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.