18 Jahre Wiesenvogel-Monitoring in einem niederländischen Polder: Die aufwachsende Baumreihe wirkte stärker auf den Brutbestand als Gänse oder Beutegreifer.
- Fragestellung
- Warum gehen die Brutbestände von Wiesenlimikolen zurück — durch aufkommende Bäume, durch Gänse oder durch Beutegreifer?
- Methodik & Datenbasis
- Langzeit-Felduntersuchung von 1993 bis 2010 zu den Brutdichten von Austernfischer, Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel im Polder Demmerik (Niederlande). Ein Teil des Polders — ein Naturschutzgebiet — hat eine ältere Baumreihe, zwei landwirtschaftliche Teile werden durch eine neu aufwachsende Baumreihe getrennt. Verglichen wurden mehrere Modelle systematisch gegeneinander.
- Befunde
- Während die Baumreihe in den Agrarteilen aufwuchs, nahmen äsende Graugansfamilien in nur einem dieser Teile während der Brutzeit stark zu; im selben Zeitraum stieg die Dichte der Beutegreifer im ganzen Polder. Die Limikolen mieden Bäume in beiden Situationen — bei bestehender Baumreihe (statisch) und bei aufwachsender (dynamisch). Im Modellvergleich hatte die wachsende Baumreihe den größten Einfluss auf die Wiesenvögel. Modelle mit Gänsen beschrieben die Trends besser als solche mit Beutegreifern; weil beide Variablen konfundiert sind, ist eine endgültige Trennung aber nicht möglich.
- Einordnung für die Praxis
- Für Wiesenvogelschutz im Revier die wichtigste Stellschraube: Offenheit der Fläche. Einzelne Bäume, Hecken und Gehölzreihen entwerten Wiesenbrütergebiete, unabhängig davon, ob sie tatsächlich Ansitzwarten für Beutegreifer bieten — das Meideverhalten allein reicht. Prädatorenmanagement ersetzt daher keine Offenhaltung.
- Grenzen der Studie
- Ein Polder über 18 Jahre; die Wirkungen von Gänsen und Beutegreifern lassen sich statistisch nicht voneinander trennen. Vier Limikolenarten, keine Bruterfolgsdaten im Abstract.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.